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Lepidurus apus ND - Lebendes Fossil
© Thorsten Stegmann
Lepidurus apus ND - Lebendes Fossil
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Eingestellt:
TS ©
Vorweg: Ich weiss um der technischen Mängel des Bildes und könnte selbst zahlreiche aufzählen,
dennoch platziere ich dieses Bild nicht in 'Dokumentarisches' sondern stelle mich der gerechten
Beurteilung, wem danach ist. Aber auch hier möchte ich in erster Linie, wie ich es zuvor getan habe, 'was Besonderes' vorstellen.

Lepidurus apus / 'Kleiner Kiemenfuß od. Rückenschaler' ist ein lebendes Fossil. Die Form hat sich seit dem Oberen Karbon
(seit ca. 300 Mio. Jahren !) nicht verändert. Sie lebten also schon zu Zeiten der ersten Reptilien und
sind älter als alle Säugetiere und Vögel, ja sogar als die Dinosaurier, als unsere Steinkohle- und Ölvorkommen ihren
Ursprung hatten. Das kein besseres Foto entstanden ist, lag u.A. daran, dass sie natürlich unter Wasser leben und
der Begriff 'wenigstens mal für eine 250stel Sek. stillhalten' seit 300 Mio. Jahren für sie offenbar keine Bedeutung hat Bild: Lächelndes/zwinkerndes Gesicht
(Das abbgebildete Ex. ist etwa 10-15 mm lang, inkl. Hinterleibsanhänge, durch die Wasseroberfläche fotografiert)

Auffälligstes Merkmal ist der Rückenschild, der (bis auf den Hinterleib) den ganzen Körper bedeckt. Die insgesamt 3 Augen
schauen auf der Oberseite heraus. Diese kleinen Krebschen sind derart ursprünglich, dass sie auf der Unterseite an fast
allen Segmenten Beine haben (um die 60-70 Paare). Der griechische Name 'apus', also 'der Fußlose', den Carl von Linné
ihm gab ist damit nicht zu verstehen.

Die Überlebensstrategie über eine so lange Zeit ist vermutlich darin begründet, dass sie bei uns als Frühjahrsform,
nach der Schneeschmelze, temporäre Gewässer bevorzugt in den Flussauen (hier Elbe) besiedeln, sich bereits zwischen
Feb. und Apr. vermehren und danach das Austrocknen der Tümpel als Ei im Trockenschlamm überstehen. Das vermag kaum
ein Anderer und Fressfeinde (wie Fische) gibt es in diesen Gewässern nicht.

Bei uns ist Lepidurus apus nicht sehr häufig, bzw. wird vielfach übersehen. Man muss schon genau wissen wo und v.A. wann man
nach ihnen suchen soll. Ein naher Verwandter ist der etwas größere 'Triops cancriformis' (sieht genau so aus, ist eben so alt,
aber Sommerform), von dem berichtet wird, dass (der an der Natur sehr interessierte) Goethe einmal ein Ex. zu
Gesicht bekam und derart gefesselt war, dass er dem Finder eines weiteren Ex. einen ganzen Taler (also viel Geld) geboten haben soll. Obwohl
viele ausschwärmten, ein weiteres Ex. zu finden, musste er den Finderlohn nie bezahlen.

Ich hoffe das ich zumindest bei einigen mit der Vorstellung von 'mal was Anderem' ankomme und freue mich auf Kommentare.

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