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Zwei
© Uwe Ohse
Zwei
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Die beiden Flusskrebse hier tun nichts weiter Böses, die sorgen einfach für die Arterhaltung, und das sieht bei Flusskrebsen ebenso aus, wie man es hier sieht. Er dreht sie auf den Rücken, und sondert dann Sperma ab, dass das Weibchen am Unterleib lagert und dann irgendwann benutzt (über die Frage "wann" habe ich unterschiedliche Informationen gefunden). Die befruchteten Eier werden dann im Frühjahr abgelegt (anders als beim Edelkrebs, bei dem das Weibchen die Brut mit sich herum schleppt).

Gefunden hatte ich sie am absehbar letzten Tag der Schwimmsaison (ein Temperatureinbruch stand bevor, und so richtig warm war das Wasser sowieso nicht mehr), als ich nur deshalb ins Wasser ging, weil ich es nicht bleiben lassen konnte. Mit etwas Besonderem habe ich gar nicht gerechnet, immerhin hatte ich in den Tagen zuvor immer ungefähr dasselbe Programm: Krebs (paranoid), Hecht (paranoid), Barsch (klein oder zu schnell unterwegs9, und Karpfen (schon im Schatten).


Erstkontakt
So einfach sind sie zu sehen

Die beiden fand ich beim Durchschwimmen zu den interessanteren Bereichen abseits der Menschenmenge, und hätte sie beinahe übersehen, weil Flußkrebse eher selten Fotografen auf sich aufmerksam machen wollen und dementsprechend getarnt sind. Sie waren in etwa 120 oder 130 Zentimetern Tiefe, was keine so gute Tiefe zum Fotografieren beim Schnorcheln ist (die Arme reichen nicht, aber tief genug zum vernünftigen Tarieren ist es auch nicht, und der Grund ist auch so nah, dass man bei schnellem Runtergehen jede Menge Schwebeteilchen aufwirbelt). Da muß man halt irgendwie durch.

Flußkrebspaarung bei reduzierter SichtSo sieht es aus, wenn man Schwebeteilchen aufwirbelt.

So eine Paarung bei Flußkrebsen dauert eine ganze Weile. Meine Beiden waren nach 53 Minuten noch nicht fertig, und in Labors soll eine Paarung schon mal 20 Stunden gedauert haben. Scheinbar sind die dabei auch ziemlich störungsunempfindlich.

Ich war übrigens nicht 53 Minuten am Stück da, sondern zwischendurch mal eine halbe Stunde schwimmen, um wieder warm zu werden. Allerdings wäre ich wohl besser eine halbe Stunde in die Sonne gegangen, aber wer weiß schon, wie viele der extrem vorsichtigen Menschen am Strand die Pandemie des Jahres hatten.

Flußkrebspaarung

Forumssoftware

Eine Angewohnheit von mir ist, im Adventskalender auch noch etwas über die Forumssoftware zu schreiben. Ich schaffe es schon wieder nicht, mit ihr zu brechen.

Die Software ist nun über 14 Jahre alt, und das Konzept ist gut ein Jahr älter. Das ist für Software recht alt, und bedeutet eigentlich, dass man sie gnadenlos wegschneiden und restlos löschen sollte, denn an allen Ecken und Enden findet man irgendetwas, was man mittlerweile anders machen würde und sollte. Manchmal wird das auch so gemacht, und eine neue Software zum Ersatz der Alten geschrieben. Das ist echt attraktiv, weil sich die Entwickler dann um den alten Mist nie wieder kümmern müssen. Es klappt nur ziemlich oft nicht so, wie man sich das vorstellt - sei es, weil ((a) man nicht alle Funktionen in der verfügbaren Zeit nachprogrammieren kann (die dann jemand vermisst), und/oder weil man (b) bewusst das Benutzerinterface der Software ändern will (was erfahrungsgemäßg die Mehrzahl der Benutzer abgrundtief hasst), oder weil man (c) nie fertig wird.

Ich träume auch davon, das zu tun, aber ich weiß auch, dass es nicht so einfach ist (ich kenne a, b und c besser als mir lieb ist).

Eine Alternative dazu ist, existierenden Code nicht zu modernisieren. Gute Idee? Kann man machen, wenn man denn glaubt, dass alter Code, den niemand mehr anfassen will, auf Ewigkeit fehlerfrei bleibt (Hinweis: nichttrivialer Code ist nie fehlerfrei), und man auch nie gezwungen ist, die Version der Programmiersprache zu wechseln (Hust: man ist), und sich in Browsern auch niemals etwas ändert (Hinweis: es ändert sich dauernd etwas).

Flußkrebspaarung

Eine andere Alternative dazu ist, die Software stückchenweise zu modernisieren. Klingt gut? Praktisch ist das ein nie endender Alptraum. Nehmen wir mal an, ich wollte irgendeine halbwegs komplexe Funktion durch eine Andere ersetzen, die Ähnliches leistet, aber mehr oder weniger inkompatibel ist. Dann hat man einen Code mit zwei Funktionen (Alt und Neu). Jetzt müßte man durch die 10, 100 oder 1000 Aufrufer gehen, und Alt durch Neu ersetzen. Manchmal macht man das nicht fertig… zum Beispiel, weil man an einer Stelle sagt "da geh' ich jetzt nicht dran, dafür muß ich mal ein bisschen mehr Zeit einplanen" (die nie kommt, richtig), oder "dafür muß ich warten, bis jemand Anderes etwas getan hat" (darauf wartet man lange, und dann ist man längst woanders dran), oder man stolpert irgendwann über eine Stelle, für die die alte Funktion wesentlich besser passte. Und nach 3 Jahren sagt man sich dann, dass es Zeit wird für "Neu2". Und dann... Neu3. Ja, tatsächlich, das passiert. Und gar nicht so selten.
Wenn man das macht, muß man bereit sein, es mal darauf ankommen zu lassen, dass etwas kaputt geht.
Falls ihr euch wundert, warum ich jetzt dazu bereit bin: ich habe da die Wahl zwischen euren Schmerzen und endlosen Alpträumen bei der Wartung der Software. So oder so verliert ihr (die Frage ist nicht "ob", sondern "wann" und "wie"), aber ich muß ja nicht mit verlieren.

BBCode-Engine

Eine praktische Auswirkung davon war, dass ich vor kurzem die alte BBCode-Bibliothek (das Zeug von PECL) ersetzt habe.
Die neue BBCode-Engine ist jetzt, glaube ich, die vierte oder fünfte Engine, die seit Beginn des Forums im Jahr 2003 verwendet wurde. Jede von denen hatte ihre Eigenheiten (sprich: grob unlogische Eigenschaften). Bei der letzten Engine (PECL-BBCode) hatte ich noch versucht, sie so anzupassen, dass sie möglichst kompatibel zu den alten Inhalten geblieben ist, aber das hat den Code nicht wirklich schön gemacht (Hust), und insgesamt entsteht nichts Gutes, wenn man zu alten Fehlern kompatibel bleibt.

Diesmal habe ich den harten Schnitt gemacht, außerdem ist der Code jetzt komplett in PHP gemacht, und trotzdem nur 3-4 Promille langsamer als das bisherige Ding in C. Und ich habe nicht einmal angefangen, den Code zu optimieren… ich versteh's einfach nicht.

Einen schönen Nebeneffekt hat es noch: Ich brauche mir diesmal keine Gedanken darum machen, ob ich PECL-BBCode auf die aktuelle PHP-Version anpassen kann (das ist mir immer irgendwie gelungen, aber so rein grundsätzlich sollten Menschen wie ich, die von der Modul-API von PHP keine Ahnung haben [und haben wollen], nicht genau daran herumpfuschen. Mit so etwas fällt man sonst irgendwann auf die Nase).

Flusskrebspaarung

Bildformate

Letztes Jahr schrieb ich, dass ich die Software so weit aufräumen wollte, dass ich eventuell jpeg-xr oder webp erlauben kann. Das könnte ich nun.

Leider ist jpeg-xr im Web tot, und webp hat entweder ein grundsätzliches Problem, oder alle verfügbaren Encoder haben die gleiche Macke, nämlich in dunklen Ecken des Bildes häßliche Blockmuster zu erzeugen. avif scheint eine brauchbarere Alternative zu sein. Das probiere ich mal aus, wenn ich dafür die Nerven habe (da muss ein ganzer Haufen Software vorher aktualisiert werden).

In diesem Zusammenhang erlaube ich mir den Hinweis, dass jpeg zwar alter Mist ist (der sich gut gehalten hat), aber da so kleine, niedliche Probleme mit Metadaten und Farbprofilen gelöst sind. Nicht so bei dem gerade mal 10 Jahren alten webp, bei dem mindestens ein Browser (der des webp-Erfinders) keine Farbprofile versteht (https://uwe.ohse.de/o9101-Colormanagement%20im%20Web%20von%202020).

Es wäre unheimlich schön, wenn die Browserhersteller so lange keine neuen Features einbauen würden, bis sie ihren alten Dreck in Ordnung gebracht haben. Ich vermute zwar, dass wir dann 20 Jahre keine neuen Features bekommen, aber ich glaube, darauf könnten wir alle besser verzichten als auf unausgegorenen Mist wie Bildformate ohne durchgehende Unterstützung für Farbprofile (in 2020. Hallo?) - oder auf "web payment APIs", die Kreditkarten kennen, aber weder ELV oder jenes Unternehmen, das mal mit Ebay verbandelt war. Ja, tatsächlich, in 2020 wird darüber diskutiert, ob dieser unvollständige Krempel tatsächlich von einem Draft zur einer W3C Recommendation gemacht werden soll (https://www.w3.org/Payments/WG/).

Flusskrebspaarung
Von vorne

too little, too late

Seit dem März konnte wirklich jeder wissen, dass Coronaviren im Sommer weniger verbreitungsfreudig sind, denn sie lieben die andere Jahreszeit. Zum Glück… denn was im Sommer an einem bestimmten See hier in der Gegend ab ging, hatte mit Vorsicht wenig zu tun.
Aber immerhin hatten wir ja ein halbes Jahr, um uns vorzubereiten, damit kein weiterer Shutdown passieren muss. Kleinere Schulklassen, mehr Fernunterricht, entzerrtere Schulwege, vielleicht den einen oder anderen Bus in ÖPNV mehr (*) und frühzeitig aufgestellte, klare, verständliche Regeln. Okay, das hat ganz wunderbar geklappt, nicht wahr?

* Komm' bitte keiner mit der bescheuerten Ausflucht, dass es nicht genug Busse und Fahrer gibt. Die Reiseunternehmen haben Stillstand. Und es gibt kein Gesetz, nach dem ein Schulbus älter als die Quadratwurzel der Summe aller Alter der beförderten Schüler sein muss.

Aber warum ist das eigentlich so gelaufen?

Weil in Regierung und Landesregierungen Schnarchnasen sind? Klar sind sie das, aber das sollte wirklich niemanden überraschen.

Aber als Erklärung ist mir das zu billig, zu Lindner-haft sozusagen. Unsere Parlamente fühlen sich übergangen? Ja, wessen Job ist es noch mal, die Arbeit der Regierung zu kontrollieren?
Wessen Aufgabe wäre es gewesen, der Bundesregierung in den Hintern zu treten, als die sich in Untätigkeit gesonnt hat?

Die Regierung hat versagt (das sollte niemanden überrascht haben). Das Parlament hat versagt (das sollte niemanden überrascht haben). Die Presse hat auch versagt (keine Überraschung. Die ist halt tot).

Ich kann euch sagen, wer noch versagen wird: Wir Wähler.

Wir werden sie wieder wählen. Die Mehrheit von uns jedenfalls.

Und darüber solltet ihr mal nachdenken. Vielleicht auch mal darüber, wie es kommt, dass der Wähler nur die Wahl zwischen verschiedenen Formen von Pestilenzen hat.

Flußbarsch
Flussbarsch, beim Schwimmen zwischendurch gefunden

Die Klimakatastrophe

Was kann man darüber schreiben, ohne Depressionen auszulösen? Nichts…

In Kalifornien brennt es, und überhaupt ist der Westen der USA eher trocken, aber im Osten und speziell im Südosten liefern die Hurrikane (2020 war eine Rekordsaison) genug Wasser zum Löschen.

Australien brennt noch nicht wieder, aber das kommt schon noch.

In Indien gab's auch genug Wasser, der Monsun in 2019 lag 10% über dem Durchschnitt, der in 2020 9% (und 2000 Menschen sind in den Fluten gestorben).

Moskau war im letzten Dezember 2019 schneefrei und 10 Grad wärmer als der langjährige Durchschnitt.

In Sibirien war es wochenlang heiß, mit teilweise über 37 Grad im Schatten.

Auch der Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre stellt neue Rekorde auf.

Und tatsächlich ist mittlerweile absehbar, welche Auswirkungen die Klimakatastrophe auf die Bewohnbarkeit der einzelnen Regionen hat. Kansas, der US-Bundesstaat mit der größten Getreideproduktion, kann sich bis zum Jahr 2050 auf -50% Getreideproduktion einstellen (und das ist nicht das katastrophale Szenario). Texas? Ha. Viel "Spaß" beim Lesen: New Climate Maps Show a Transformed United States (so etwas für Deutschland wäre auch interessant).

Erwartet hier jemand wirklich, dass nun ernsthaft dagegen vorgegangen wird?
Falls ja, möchte ich darauf hinweisen, dass der Verdacht besteht, dass VW erneut illegale Abschalteinrichtungen eingebaut hatte. Oder dass unsere Bundeskanzlerin den Wortspagat ambitioniert, aber realistisch verwendet, wenn es um Handlungen geht.

Nein, so lange eine ganze Industrie durch Betrug vor die Wand gefahren werden kann, ohne dass auch nur ein Verantwortlicher mal zur Rechenschaft gezogen wird (ich meine die Menschen in den leitenden Funktionen), und so lange wir immer wieder denselben Typus unambitionierten Parteipolitikers an die Spitze wählen, der durch seine gesamte Karriere hinweg konditioniert wurde, immer nur bis zur nächsten Wahl zu denken, wird sich nichts ändern (das wird sich auch nicht ändern, wenn man die Leute durch Manager ersetzt, die nur bis zum nächsten Quartalsbericht denken).

Ich fürchte, im Großen und Ganzen haben wir weltweit die Regierungen, die wir verdienen. Wenn wir Bessere wollen, müssen wir wohl 'was tun.

Damit meine ich übrigens nicht, uns über Stoff vor dem Gesicht aufzuregen. Das geht an jedem wirklichem Problem weit vorbei.

Flußkrebspaarung

Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, könnten wir dann und wann ein bisschen Unterstützung brauchen. "Moderatoren", deren Hauptaufgabe darin bestehen könnte, auf eine Rubrik aufzupassen, und alles, was da nicht hinein gehört, dahin zu tun, wo es hingehört, und die vielleicht auch dann und wann hier mal eingreifen, wenn eine Diskussion sich in etwas verwandelt, was hier keiner sehen will. Ihr bekommt es dabei nicht mal großartig mit mir zu tun, aus Diskussionen um Verschiebungen halte ich mich meistens 'raus. Aber wir freuen uns auch über andere Hilfe. Benutzersupport vielleicht? Dokumentation? Sprecht einfach einen von uns an.

Nun möchte ich mich bedanken: Erst einmal an viele von euch für viele tolle Bilder, dann an das Team für die Hilfe, insbesondere an Gunnar, der es schafft, trotz meiner selten mit ihm abgesprochenen Änderungen die Dokumentation zu pflegen, und an Silke, für Alles.

Dann wünsche ich euch eine bessere Weihnachtsstimmung, als ich sie habe, denn bei mir scheint sie abwesend zu sein, aber vielleicht kommt sie ja noch.

Gruß, Uwe

Autor: ©
Eingestellt:
Aufgenommen: 2020-09-22
Dokumentarischer Anspruch: Ja ?
Fotografischer Anspruch: Fortgeschritten ?
Technische Angaben: zeigen
Dateigröße: 895.7 kB, 1500 x 1127 Pixel.
Technik:
Olympus TG-6
1/100s, F/2.8, ISO 100, 4.5mm (etwa 25mm Kleinbild)
Programmautomatik, Automatischer Weißabgleich, Multi-Segment-Messung
21.5°, 1138 hPa (mBar), 1.1m tief

Alle Bilder sind am selben Tag entstanden.

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