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Explosion
© Kerstin Langenberger
Explosion
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https://naturfotografen-forum.de/data/o/131/655492/thumb.jpghttps://naturfotografen-forum.de/data/o/131/655492/image.jpg
Ich habs mal wieder geschafft, ich Vollidiot: ich habe das Motiv des Monats versemmelt! Manchmal würde ich mich am liebsten Hals über Kopf selber in die Mülltonne kloppen! Verflixt und zugenäht! ;-)
Dennoch MUSS ich euch dieses Bild zeigen, diese wahnsinnigen Nordlichter, diese unglaubliche Stimmung, dieses kurze, vergängliche und unbeschreibliche Naturschauspiel, das ich heute Abend auf Spitzbergen bestaunen durfte!
DANKE SVALBARD!!! :-)

Und hier die lange Geschichte, die dahinter steckt.
Ich studiere momentan auf Svalbard / Spitzbergen. Ein Grund für mich, dem dunklen Winter entgegenzufiebern, waren und sind Nordlichter. Vor zwei Tagen war der erste starke Nordlichtsturm des Jahres fällig, und wartete ich gespannt wie ein Flitzebogen mit meinen Kameras auf das Erscheinen der Lichter. Fünf Stunden verbrachte ich draußen bei warmen und windstillen -12°C - und sah gar nichts! Während ich den wunderschönen Sternenhimmel bewunderte, tobte in Nordnorwegen und Island ein Nordlichtgewitter: Man soll es nicht glauben, aber ich befinde mich zu weit nördlich, um verlässlich Aurora sehen zu können! Sobald die Sonnenaktivität zunimmt, verschiebt sich das Polarlichtoval nämlich gen Süden und kommen Nordskandinavien und Amerika in den Genuss von Aurora - aber nicht Svalbard. Ihr glaubt ja gar nicht wie oft ich diesen Winter schon enttäuscht von erfolglosen Nordlichtjagten zurückkehrte!

Trotzdem: heute musste es wieder sein. Ein weiterer Sturm war angekündigt, weshalb ich unmittelbar nach der letzten Vorlesung mit dem Fahrrad aus dem direkten Lichterschein der Stadt gedüst bin. Und endlich: da waren sie, helle und stark bewegliche Nordlichter! Also Fahrrad in den Schnee geschmissen, Stativ im Rennen ausgefahren während ich den nächstbesten eisbärenfreien Hügel hinaufgejoggt bin. Endlich oben blieb gerade noch genug Zeit, die Kamera aufs Stativ zu pfeffern und hektisch alles einzustellen, während sich über mir ein Feuerwerk aus Form und Licht entfaltete. Ohne Mond am Himmel oder helle Objekte in der Nähe dauert es immer ein paar Bilder lang, bis die Schärfe stimmt: und genau diese paar Bilder waren die schönsten des Abends, denn die Nordlichtexplosion war nach diesem Foto vorbei. Trotz Kulturschrott vor den Bergen (die alte Seilbahn, welche Kohle zum Hafen transportierte), trotz Kunstlicht der nahegelegenen Stadt Longyearbyen und trotz gravierender Unschärfe (aaaaaargh!) ist dies mein absolutes Lieblingsbild, das verkleinert, geschärft und gebügelt einigermaßen herzeigbar ist.
Oder was meint ihr? Kommentare und Diskussion jeglicher Art ist wie immer mehr als erwünscht!

Autor: ©
Eingestellt:
Natur: Beeinflußte Natur ?
Technische Angaben: zeigen
Dateigröße: 189.7 kB, 900 x 600 Pixel.
Technik:
Nikon D7000, 11-16/2.8, 10sec, Iso 800

Starke Nachbearbeitung: Entsättigung der Farben und selektives Verändern der Grüntöne, um diese einigermaßen meiner Erinnerung anzupassen. Und aufgrund meines Versagens war intensives Nachschärfen und Entrauschen nötig (ich weiß, es rauscht immer noch heftigst, aber ein paar Details braucht der Himmel schon noch!)

Anmerkung: Kamerasensoren nehmen bei Langzeitbelichtungen immer mehr Farben wahr, als das menschliche Auge, das gilt vor allem für Rottöne. Für mich waren die von der Stadt beschienenen Berge und auch das rote Nordlicht nur hell, nicht farbig. Das Grün allerdings kommt dem Erlebten sehr nahe! Das Bild ist folglich ein Kompromiss aus den knalligen Farben der RAW-Datei und meiner Wahrnehmung.

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